Konzept

Ein Ort zum Verweilen für Reisende.

Reisen bedeutet in Bewegung sein.

Anderes, Neues und Fremdes kennen lernen.
Veränderungen bei sich selbst erleben.
Horizonte erweitern.

Besonders durch Austausch mit Anderen.
Über Erfahrungen, Erlebnisse und Sichtweisen.

Dafür braucht es passende Räume.
Mit dem schickSAAL* sollen diese entstehen.

 

Einleitung
Alles ist veränderbar und soll es auch bleiben!
Veränderung beginnt mit einer Idee und der Entscheidung zu handeln!

Ein Hostel mit Café und Kneipe als selbstverwaltetes Arbeitsprojekt, mit dem wir praktische Wege erkunden wollen, die den Irrglauben, der Kapitalismus sei unumstößlich, widerlegen – 300 Jahre sind mehr als genug!

Ohne die neoliberale Logik von Profitmaximierung und stetigem Wachstum, können Angebote für Nutzer*innen günstig gestaltet sein, ohne dabei an Attraktivität und Schönheit zu sparen. Gleichwohl wollen wir von dieser Arbeit leben können. Mit einem angemessenen Lohn, für alle Tätigkeiten gleich. Sämtliche Überschüsse werden an andere Kollektive, Projekte oder Initiativen mit ähnlichem politischen Anspruch weitergegeben oder führen zur Senkung der Preise.

Die im Kollektiv arbeitenden Menschen entscheiden auf allen Ebenen und zu allen Belangen gemeinsam und gleichberechtigt im Konsens – ohne Chef*in!

Der verbreitete Grundsatz ‚Kunde ist König‘ gilt für uns nicht. Ein wertschätzendes und sich selbst reflektierendes Verhalten egal zwischen wem, halten wir für unentbehrlich – auch mehrere Jahrtausende Patriarchat sind mehr als genug!

Es soll ein kreativer und lebendiger Ort für lebensbereichernde Begegnungen auf der jeweiligen Reise – woher, wohin und weshalb auch immer – entstehen. Räume und Angebote werden im Sinne eines ‚politisierten Ästhetizismus‘ gestaltet.
Wenn Mensch das Leben mit all seinen Facetten, äußerlich sowie innerlich, unter dem Aspekt von Schönheit begreifen und erleben kann, fern von kapitalistischem Pragmatismus, kann ein Sinn für ein buntes vielfältiges solidarisches Miteinander entwickelt werden.

Ein Ort der verzaubert und so manche Irrationalität möglich macht.
Die Reise mit Leben füllen – das Leben als Reise nehmen.

Das Kollektiv schickSAAL*

 

1. Struktur
1.1. Kollektiv
Wir betreiben das Hostel im Kollektiv, damit auch wir uns wohlfühlen, unseren
Arbeitsplatz als Freiraum erleben und unseren Gästen auf ihrer Reise eine
zauberhafte Zeit ermöglichen können.
Im Kollektiv miteinander zu arbeiten ist für uns eine politische und persönliche Entscheidung. Dies bedeutet für uns vor allem, dass wir ohne
formale Hierarchien gemeinsam und im Konsens entscheiden, wie und warum wir
etwas machen wollen. Keine*r ist Chef*in, alle können alles machen, Lohn unterscheidet sich nicht nach Aufgaben oder Leistung, sondern daran welche*r wie viel Zeit investiert, bzw. investieren kann. Ziel ist es solidarisch miteinander zu arbeiten und Verantwortungsbewusstsein fürs Projekt mit persönlicher Entfaltungsmöglichkeit derart zu verbinden, dass der Betrieb gut läuft und es allen Spaß macht.
Im wöchentlichen Plenum entscheiden wir gemeinsam wer welche Aufgaben wann übernimmt. Um Alltagstrott, Langeweile und Unzufriedenheit von vornherein entgegen zu wirken, halten wir es für hilfreich, wenn Aufgaben rotieren. Alle erhalten somit die Möglichkeit, immer mal wieder andere Dinge zu übernehmen, die sie*er sich erstmal nicht zutraut. Wir wollen unterschiedliches Wissen miteinander teilen und Barrieren abbauen, um (Wissens-)Hierarchien möglichst vorzubeugen. Gleichwohl soll jede*r für sich weitestgehend entscheiden können was er*sie machen möchte, jeweils im Sinne des Gesamtprojekts.
Dem Kollektiv liegt ein Statut zu Grunde, in welchem Regelungen zu relevanten Bereichen festgelegt sind, um unsere Selbstverwaltung zu strukturieren – ohne dabei den Charme und die Lebendigkeit des Chaos zu verlieren. Das Statut ist für alle Kollektivmenschen bindend und dient als Grundlage für ein entspanntes Miteinander.
Derzeit besteht das Kollektiv aus elf Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und verschiedener geschlechtlicher Identitäten. Die Kollektivmenschen bringen verschiedene Kompetenzen mit. Unter anderem aus sozialen, gastronomischen, handwerklichen, buchhalterischen, künstlerischen, beraterischen und sprachlichen Bereichen.
Es gibt vielfältige, teils langjährige Erfahrungen in selbstorganisierten Strukturen. Einige von uns haben das Hausprojekt ‚freie hütte‘ mitgegründet und leben dort. Fast das gesamte Kollektiv hat im Herbst 2015 beim Aufbau einer umfangreichen Unterstützung von Geflüchteten im Transit nach Skandinavien mitgewirkt. Wir haben gemeinsam mit vielen Anderen Versorgung mit Schlafplätzen, Essen, Kleidung, medizinischer Betreuung, Übersetzung und Beratung organisiert. Sprich eine Menge Tätigkeiten, welche auch im Hostel-Projekt in ähnlicher Form auf das Kollektiv zu kommen werden. Vor allem sich um Menschen kümmern, ihnen zuhören und sie ernst nehmen. Uns basisdemokratisch im Konsensprinzip auf regelmäßigen Plena gemeinsam zu organisieren und zu koordinieren.

1.2. Für uns wichtig
Das schickSAAL* ist ein klar antifaschistischer, antisexistischer, antirassistischer und queer-feministischer Freiraum.
Wir dulden hier keine Menschen die dies nicht teilen. Wir wollen diese, für uns wichtigen Grundsätze leben und durch unser Verhalten transparent machen.
Das schickSAAL* versteht sich als kapitalismuskritisches Projekt.
Wir sind überzeugt, dass ein Großteil gesellschaftlicher Probleme direkt mit den kapitalistischen (Sach-)Zwängen zusammenhängen bzw. durch diese verschuldet werden. Deshalb unterstützen wir kollektive Strukturen, schicken diese Idee mit unseren Gästen auf die Reise und mischen uns ins (gesellschafts-)politische Geschehen ein.
Mit kreativen Methoden wollen wir gesellschaftliche Klischees kritisieren. Rasten, feiern oder einfach nur schnacken wird für alle, auch „anders Aussehende“, im schickSAAL* möglich sein. Wir wollen Raum geben für alle Menschen, egal welcher Herkunft, Religion, geschlechtlicher Identität oder sexueller Orientierung – Platz geben für Alternativen ob politisch oder künstlerisch. Wie ein Strand wo neu Ankommende ihre Träume feiern und mitteilen können, wie sie es wollen! Das schickSAAL* will denen, die kaum präsent sind, Mut geben sich ohne Scham zeigen zu können.

1.3. Körperschaften
kolle7 e.V.
Der kolle7 e.V. ist alleiniger Teilhaber der Kollektiv7 GmbH, welche das Hostel mit Café und Kneipe betreibt.
Der kolle7 e.V. dient vornehmlich der Bündelung der Kollektivmenschen zu einer gemeinsamen Körperschaft. Dem Verein können ausschließlich Kern- und Aktiv-Kollektivmenschen angehören.

Kollektiv7 GmbH
Die Kollektiv7 GmbH ist Betreiberin des Hostels mit Café und Kneipe.
Durch die Rechtsform der GmbH, mit Binnenvertrag zwischen Geschäftsleitung und Kollektiv in Form des Statuts, wird die Entscheidungsbefugnis dem Plenum des Kollektivs übertragen. Gleichzeitig werden Haftung und Risiko auf die kollektiven Schultern verteilt.
Alleiniger Teilhaber der Kollektiv7 GmbH ist der kolle7 e.V..

schickSAAL* – Verein zur Förderung kollektiven Wirtschaftens e.V. (folgend schickSAAL* e.V. genannt.)
Der schickSAAL* e.V. ist gemeinsam mit der Mietshäuser Syndikat GmbH Teilhaber der SaalSieben GmbH, welche Eigentümerin des Gebäudes Clemensstraße 7, 23552 Lübeck ist.
Der schickSAAL* e.V. ist Mitglied im Verein Mietshäuser Syndikat.
Der schickSAAL* e.V. dient vornehmlich der Bündelung der Kollektivmenschen zu einer gemeinsamen Körperschaft. Dem Verein können ausschließlich Kern- und Aktiv-Kollektivmenschen angehören.
Der schickSAAL* e.V. ist personengleich mit dem kolle7 e.V., zusätzlich ist die kollektiv7 GmbH Mitglied.

SaalSieben GmbH
Die SaalSieben GmbH ist Eigentümerin des Gebäudes Clemensstraße 7, 23552 Lübeck und vermietet dieses an die Kollektiv7 GmbH.
Teilhaber*innen der SaalSieben GmbH sind zu gleichen Teilen die Mietshäuser Syndikat GmbH, sowie der schickSAAL* e.V..
Dadurch ist das Gebäude dauerhaft vom Immobilienmarkt genommen und bleibt Gemeineigentum mit günstiger Miete.

1.4. Erklärung zur komplexen Struktur
Die Notwendigkeit für diese komplexe Struktur ergibt sich aus dem Anspruch, die Verwaltung des Hauses ganz im Sinne des Mietshäuser Syndikats in der Selbstorganisierung der jeweiligen Hausnutzer*innen zu haben. Sprich die Menschen, die gemeinsam im Kollektiv das Hostel mit Café und Kneipe betreiben, müssen den Hausverein bilden. Damit aber im Falle einer finanziellen Schieflage oder gar Insolvenz des Gewerbes das Haus nicht gefährdet wird, bilden die selben Menschen einen zweiten Verein um somit Hausbesitz/Verwaltung und Hostelgewerbe rechtlich voneinander zu trennen.
Im Falle eines Scheiterns des Hostelgewerbes greift PlanB, wodurch das Haus in ein Wohnprojekt umgewandelt wird.
Personelle Überschneidungen in Bezug auf Vorstandsfunktionen der einzelnen Körperschaften, sollen möglichst vermieden werden. Auch wenn diese per Satzung bzw. Statut ohnehin dem Kollektiv-Plenum weisungsgebunden sind.

2. Das Haus

Clemensstraße 7 – 23552 Lübeck

2.1. Lage
Die Clemensstraße ist eine geschichtsträchtige kleine Straße auf der Lübecker Altstadtinsel nah dem historischen Hafen. Erstmals im Jahr 1318 urkundlich, unter dem lateinischen Namen „Prope cimiterium sancti Clementis“, benannt nach der dort ehemals befindlichen St.Clemens Kirche. Diese existierte seit 1257 und wurde 1899 abgebrochen.
Ab Mitte des 19ten Jahrhunderts war hier das Lübecker Rotlichtviertel, welches um die Jahrhundertwende zeitweise als Sperrbezirk ausgewiesen war und in den 1970er Jahren seinen Höhepunkt hatte. 2006 schloss das letzte von zeitweise vierzehn Bordellen. Die Historie, sowie die besondere Gestaltung der Fassaden, mittels Kacheln und kleinen Fensterluken, ist in der Lübecker Altstadt einzigartig und eine touristische Sehenswürdigkeit.
Heute ist die Clemensstraße eine WohnStraße, welche in den Abendstunden von buntem Leben durch drei sehr unterschiedliche Szene-Kneipen geprägt ist.
Tagsüber führt sie derzeit noch ein eher tristes Dasein. Auf Höhe der Clemensstraße liegen am Wendlizufer die Traditionssegler des gemeinnützigen Vereins ‚Museumshafen zu Lübeck e.V.‘. Sie sind seit jeher ein beliebtes Ziel der Lübecker*innen und der Gäste der Stadt. Das nahliegende, neu errichtete „Europäische Hansemuseum“ an der Untertrave ist seit der Eröffnung im Mai 2016 für viele internationale Gäste ein beliebter Anlaufpunkt.

2.2. Beschreibung
Das Haus Clemensstraße 7 wurde Anfang des neunzehnten Jahrhunderts als Bordell erbaut. Die räumliche Aufteilung eignet sich gut für ein kleines Hostel.
Im Erdgeschoss ist seit eh und je ein Kneipenraum, welcher sich tagsüber gut als Café nutzen lässt. Angrenzend daran gibt es eine kleine Küche, Sanitärräume und ein Zugang zum Innenhof. Des Weiteren bietet es Räume für ein Büro und eine Selbstkochküche. Der Keller ist als Lagerraum nutzbar.
Im ersten, zweiten und dritten Obergeschoss gibt es, nach geringem Umbauaufwand, passende Räume für insgesamt drei Achtbettzimmer, zwei Sechsbettzimmer, ein Vierbettzimmer und zwei Doppelzimmerzimmer. Im dritten Geschoss ist eine weitere kleine Selbstkochküche geplant.
Durch den im Hinterhof geplanten Neubau (Anbau) soll im Erdgeschoss, angegliedert an die Selbstkochküche, ein Wohnzimmer und im ersten und zweiten Stock jeweils ein Sanitärraum entstehen. Für den dritten Stock soll es eine Dachterrasse geplant.

2.3. Baumaßnahmen
Das Haus ist in Massivbauweise mit Betondecken und gemauerten Zwischenwänden errichtet. Eine Begutachtung mit einem Altbausanierer, sowie einem Baukoordinator hat ergeben, dass die Substanz in gutem Zustand ist. Das Mauerwerk ist nicht angegriffen, die Betonzwischendecken sind intakt. Es gibt geringe Wasserschäden, hervorgerufen durch defekte Rohrleitungen bzw. nicht ausreichend abgedichtete Duschen. Das Haus ist jedoch massiv abgewohnt.
Geplant ist eine Komplettentkernung und anschliessender Neuausbau, sowie ein kleiner Neubau im Hinterhof.
Sämtliche Installationen, Fenster, Heizungsanlage sowie das Dach werden neu gemacht. Das komplette Haus wird entsprechend notwendiger Brandschutz- und Rettungsmaßnahmen ertüchtigt. In Bezug auf energetische Maßnahmen setzen wir um, was nach Energieeinsparverordnung(EnEV) erforderlich ist.
Der geplante Neubau hat insgesamt nur etwa 40 Quadratmeter und wird in einfacher Bauausführung errichtet. Hier entstehen im Erdgeschoss ein Wohnzimmer für die Hostelgäste und im ersten und zweiten Geschoss Duschräume. Mit etwas Glück bekommen wir eine Dachterrasse genehmigt, welche dann von der Selbstkochküche im dritten Geschoss aus zugänglich wäre.
In der Gruppe bestehen Sanierungs- und Bauerfahrungen, außerdem sind wir in Lübeck gut vernetzt und haben vielfältige Unterstützer*innen. Begleitet werden wir von einem Architekten sowie einem Bauingenieur.
Unser Zeitplan bezüglich der Baumaßnahmen ist durchaus ambitioniert. Ab Mai 2017 werden wir mit Entrümpelung und Entkernung beginnen. Gleichzeitig wird der Bauantrag, welcher bereits in Vorbereitung ist, eingereicht. Wir hoffen somit ab Juni 2017 mit den Baumaßnahmen, welche vor Erteilung der Baugenehmigung nicht möglich sind, beginnen zu können. Wenn alles klappt wie geplant, sind die Baumaßnahmen im September abgeschlossen, sodass wir Zeit für die Gestaltung und Einrichtung des Hauses, bis zur Eröffnung im November 2017, haben.

2.4. Gestaltung
Wir werden das Haus bis in die kleinsten Ecken in jedweder Form künstlerisch gestalten. Das werden wir teils selbst machen und teils Künstler*innen dafür einladen.
Dabei ist es unser Anspruch, dass das was die Menschen sehen können nicht unbedingt von allen als schön im Sinne von ’schön‘ betrachtet wird. Es darf sich Manche*r provoziert, belustigt, irritiert fühlen.
Denn das ist, was Kunst ist. Anregung.
Schönheit ist subjektiv, die Definition liegt bei jeder*m Einzelnen.
Gleichwohl wollen wir im Sinne eines politisierten Ästhetizismus dazu anregen, Sinn für Schönheit als bereichernde Kompetenz zu erkennen.
SchickSAAL* will ein Ort sein, in dem kein Zimmer, kein Sessel, kein Teller, kein Bettbezug dem anderen gleicht. Im Auge des/der jeweiligen Betrachter*in zeigt sich die Unterschiedlichkeit der Kollektivmenschen an ausgewählten Gegenständen, Möbeln und der Gesamtgestaltung des Hauses.
Das Gesamtprojekt als Kunstwerk bedeutet für uns, dass sich Alle, im Sinne eines kollektivistischen Gedankens, an allen Stellen und in allen Bereichen kreativ und künstlerisch ausleben können.
Ein vielfältiger, lebendiger, sich immer wieder verändernder Raum.

3. Hostel, Café, Kneipe
3.1. Unser Hostel
„[…]Jetzt ist es amtlich: Die Hansestadt Lübeck verzeichnete im Urlaubsjahr 2015 erneut ein Rekordergebnis und erzielte erstmals über 1,68 Millionen Übernachtungen. Laut Angaben des Bereiches Logistik, Statistik und Wahlen der Hansestadt Lübeck stieg die Zahl der Übernachtungsgäste in Lübeck und Travemünde um 13,7 Prozent und liegt bei 730.228 (2014: 642.139). Die Gäste buchten insgesamt 1.689.265 Übernachtungen, das entspricht einem Plus von 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2014: 1.540.823). In diesem Jahresergebnis enthalten sind 107.051 Übernachtungen und 66.253 Ankünfte auf Camping- und Wohnmobilplätzen.“
(Quelle: Jahresstatistik 2015, Lübeck und Travemünde Marketing GmbH, www.luebeck-tourismus.de)
Lübeck ist eine Stadt mit hohem Tourismusaufkommen und stetig steigenden Übernachtungszahlen. Die Auslastungsquote bei Gästebetten liegt durchschnittlich bei ca. 40-45%. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im hochpreisigen Hotelsektor, kleineren Familienhotels, klassischen Jugendherbergen, sowie einem Hostel.
Mit der Eröffnung des Hostels schickSAAL* soll eine einzigartige Übernachtungsmöglichkeit in Lübeck geschaffen werden. Durch kreativ künstlerische Gestaltung des gesamten Hostels und der individuellen Zimmer, wird ein Ort des Wohlfühlens und des Austausches entstehen.
Die Clemensstraße bietet den optimalen Standort, um die berühmten Sehenswürdigkeiten in und um die Lübecker Innenstadt zu erkunden. In fußläufiger Nähe liegen das Holstentor, der Hafen, das Hansemuseum, zur Weihnachtszeit der berühmte Lübecker Weihnachtsmarkt, das Rathaus, der Marktplatz, Niederegger, der Lübecker-Marzipan-Speicher, die Salzspeicher, das Willy-Brandt-Haus, das Buddenbrookhaus und das Günther-Grass Haus.
Außerdem laden zu Unternehmungen und abendlicher Unterhaltung das Theater, die Kinos, diverse Restaurants, Zauber-und Puppentheater, Musik-und Kongresshalle, Freilichtbühne, verschiedene Cafés, Bars und Kneipen, ein.
Als wichtiger Bestandteil der Lübecker soziokulturellen und politischen Szene gibt es im nahgelegenen Solidaritätszentrum und der Alternativen e.V. regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen.
Weiterhin sind Spaziergänge an der Untertrave, durch die rund 90 Lübecker Gänge, an den alten Brücken und Besuche der 7 Türme Lübecks, Kanal-und Hafenrundfahrten sehr beliebt. Im Sommer bieten Lübecks Wiesen und Parks direkt am Wasser wunderbare Orte zum Ausruhen, Treffen, Grillen und Baden.
Lediglich 5 Minuten entfernt befindet sich in der Innenstadt ein vielfältiges Shopping-Angebot und bis spät Nachts geöffnete Geschäfte.
Im Vergleich zu einem Hotel, können sich Reisende in einem Hostel leichter kennenlernen. Die bewusst gewählte Kombination aus Kneipe, Café und Hostel mit Mehrbettzimmern und zwei Selbstkochküchen mit Wohnzimmercharakter, bietet die Möglichkeit, sich je nach Stimmungslage zurück zu ziehen oder sich unter Menschen zu mischen.
Gemütlichkeit und Einzigartigkeit sollen Entspannung und zugleich Inspiration bieten. Durch verschiedene Angebote und Veranstaltungen in Kneipe und Café werden unsere Gäste eingeladen ihre Reise auf besondere Art zu genießen.
Als unsere Zielgruppen verstehen wir u.a. Menschen mit schmalem Reisebudget, Angehörige von Lübecker*innen, Individualreisende, Backpacker, Gruppen, Menschen jeden Alters, Familien und Reisende die ihr Ziel nach einer besonderen Unterkunft auswählen.
Unsere Gäste haben, wenn sie denn möchten, Mitspracherecht und können sich im wöchentlichen Kollektivplenum einbringen. Diese Form der Mitgestaltung ist sicherlich nicht jedem*jeder Reisenden bekannt.
Die Zimmer werden alle unterschiedlich gestaltet und eingerichtet sein.
Statt gewöhnlicher Doppelstockbetten, wird es selbstgebaute Hochbetten oder Hochebenen auf verschiedenen Höhen, aber auch normale Betten geben.
Die Bettwäsche und die Handtücher sind im Preis inclusive.
In den Zimmern wird es Stauraum für Gepäck und kleine Schließfächer geben.
Das Hostel schickSAAL* wird insgesamt 44 Betten anbieten.
drei Acht-Bettzimmer
zwei Sechs-Bettzimmer
ein Vier-Bettzimmer
zwei Doppelzimmer
zwei Selbstkochküchen/Wohnzimmer
drei Unisex-Sanitärräume mit fünf Duschen und Toiletten

3.2. Unser Café
Zurzeit ist die Clemensstraße tagsüber ein Ort mit eher wenig Laufkundschaft. Hin und wieder führen Sightseeingtouren durch die ehemalige Bordellstraße. Der Straßeneingang befindet sich auf dem Weg vom ausgeschriebenen Parkplatz zum Hansemuseum und entlang des historischen Altstadthafens. Die Anlegestellen für verschiedene Bootsausflüge befinden sich in nächster Nähe. Dies bietet eine gute Möglichkeit mittels gezielter Werbung Vorbeikommende zu erreichen. Ein Teil unseres Klientels (alternative Jugend- und Student*innenszene) wird schnell durch ihren abendlichen Besuch in der Clemensstraße auf uns aufmerksam. Die Mischung aus Café, Kneipe und Hostel gibt es in Lübeck nicht und lässt sich nur teils vergleichen. Die Synergieeffekte zwischen den verschiedenen Nutzer*innen und die Angebotsunterschiede zu gewöhnlichen Cafés sind bislang unerprobt.
In der Innenstadt gibt es wenige Cafés mit ähnlichen Angeboten, wie beispielsweise vegetarische Küche, besondere Einrichtung und veganes Kuchenangebot.
Unser Steuerberatungsbüro hat uns einen durchschnittlichen Monatsumsatz von 4000 bis 5000 EUR für Cafés in Lübeck genannt. Unsere Kalkulation orientiert sich daran und berücksichtigt die hier beschriebene Lage und weitere umsatzmindernde Faktoren wie die Selbstkochküche für Hostelgäste.
Der Kneipen- bzw. Café-Raum befindet sich im Erdgeschoss und umfasst, inklusive Küche, Büro und Unisex-Toiletten, 68 qm. Es gibt Kapazität für ca. 25 Sitzplätze.
Wer das Café betritt, wird zum Staunen und Wohlfühlen eingeladen. Hier und da werden Kunstwerke die Aufmerksamkeit unserer Gäste auf sich ziehen und weiter ins Café locken. Durch einen künstlerisch gestalteten Raum, angenehm warmes Licht und bequeme Sitzmöglichkeiten, schaffen wir einen Raum zum Verweilen. Eingerichtet mit unterschiedlichem Mobiliar von Trash bis Einzelstück. Jeder Platz findet seinen Gast. Dabei gibt es viele Möglichkeiten des Genießens, zum Beispiel gemeinsam auf einer Couch sitzend, auf der Hochebene fläzend oder am Tisch speisend.
In unserem Café gibt es keinen Konsumzwang, wohl aber verlockende Düfte. Mensch kann also gemütlich verweilen, Zeitung lesen, das frei zugängliche WLAN nutzen, die Booksharing-Ecke durchstöbern, Spiele spielen oder sich einfach unterhalten.
Wenn dann aber am Nebentisch beispielsweise eine unserer lecker duftenden Kaffeespezialitäten serviert wird, verführt dies doch zu einer neuen Reise. Aus der historisch-lieblichen Blümchentasse, vorbei am Röstaroma des Kollektivs ‚La Gota Negra‘, weiter über den Atlantik geleitet durch das ‚Kaffeekollektiv Aroma zapatista eG‘ und letztendlich im Ursprung der Kaffeebohne bei den zapatistischen Kaffeekooperativen in Chiapas Mexiko. Natürlich liegt so manches Gute auch sehr nahe, wie beispielsweise Mamas*/Papas* leckere Marmelade oder der regionale Obst- und Gemüseanbau.
Geplant sind drei zauberhafte Frühstücksvarianten, nach Wahl vegan oder vegetarisch. Darüber hinaus eine wechselnde kulinarische Kleinigkeit und ab und an auch warmes Essen eher in Form einer ‚Küche für Alle‘ (KüfA).
…undogmatisch vegan? Grundsätzlich liegen uns Dogmatismen fern, somit auch ein bisschen der Veganismus. Gleichwohl sind wir der Überzeugung, dass ein Leben mit Verzicht auf tierische Produkte aus politischer Sicht in vielerlei Hinsicht einer besseren Welt dienlich ist. Aber wenn wir versuchen Freiräume für freies Denken und Gestalten zu öffnen, sollen diese auch möglichst wenig durch strickte Regeln eingeschränkt sein. Mensch soll sich bei uns wohlfühlen und beispielsweise den Kaffee mit Kuhmilch genießen können, wenn sie*er diesen sonst nicht genießen würde. Somit wird es neben dem veganen Angebot auch bedingt tierische Produkte geben, ausnahmslos vegetarisch.
Insgesamt legen wir bei den Bezugsquellen jeglicher Produkte das Hauptaugenmerk auf kollektive, direkt-kooperative Strukturen. Dieser Anspruch wird wohl nicht durchgängig umsetzbar sein, da es nicht alles diesen Kriterien entsprechend gibt. Wir werden versuchen die verträglichste Variante zu finden und manches wird es schlicht nicht geben. Wir werden offen kommunizieren, dass wir nicht den Anspruch haben, dass immer alles verfügbar ist. Es wird für jede*n, die*den es interessiert, die Möglichkeit geben, sich darüber zu informieren was woher kommt. Zu fairen Preisen, mit guter Atmosphäre, treffen Menschen aus verschieden Ecken der Erde Mitarbeiter*innen, die mit den Gästen in wohlwollend authentischen Kontakt gehen, keine „falsche Freundlichkeit“ zeigen und offen für Gespräche sind.

3.3. Unsere Kneipe
Die Clemensstraße ist die Kneipenstraße in Lübeck. Obwohl es eine sehr kleine Straße ist, befinden sich hier drei sehr dicht beieinanderliegende Kneipen, welche vor allem donnerstags, freitags und samstags so gut besucht sind, dass meist auch die gesamte Straße mit Menschen gefüllt und sehr lebendig ist.
Während die ‚No.12‘, eher eine verrauchte Kicker-Kneipe, der ‚Blaue Engel‘ eine Student*innen-Kneipe und das ‚Haus6‘ eine Elektro-Kneipe ist, ist das ‚Clemens‘ in der Hausnummer 7, unter anderem Anlaufpunkt für Nazis. Das ‚Clemens‘ befindet sich in unserem Haus und muss demzufolge durch uns schließen. Dies erachten wir als absolut richtigen politischen Akt und erfahren für unser Vorhaben eine breite Unterstützung.
Unsere Kneipe löst den Cafébetrieb an fünf Abenden in der Woche ab.
Ein Tag in der Woche wird es eine ‚Queer*Trans-Kneipe‘ geben und damit einen momentan in Lübeck nicht gegebenen Ort für die LGBTIQ*-Communitiy.
Mittwochs wollen wir in Kooperation mit dem ‚Café Welcome‘, welches die Räume des ‚Blauen Engel‘ nutzt, das Angebot für gemeinsame kulturelle Erlebnisse von ‚Neu‘- und ‚Alt‘-Lübecker*innen bereichern.
Donnerstags, Freitags und Samstags werden wir, wie auch die anderen Kneipen geöffnet haben und mit deren stiller Übereinkunft mitgehen, sich gegenseitig nicht als Konkurrenten zu betrachten, sondern durch ein unterschiedliches Angebot voneinander zu profitieren. Wir werden regelmäßig kulturelle und politische Veranstaltungen, in Form von Konzerten, Theater, Feiereien, Lesungen und Infoabenden anbieten.
Eine heraus stechende Besonderheit wird sicherlich unser ’streetfood‘ sein. Bislang gibt es in der Straße kein Essen und abends auch nicht in der näheren Umgebung. Dies wird häufig bedauert und schon jetzt freuen sich viele auf unser nahendes Angebot. Bei unserer speziellen Getränkeauswahl, wie auch insgesamt, achten wir bei der Herkunft auf kollektive Produktion.
Die oben erwähnten abendstündlichen Gäste der Clemensstraße sind ebenfalls Teil unserer Zielgruppe. Darüber hinaus locken wir Menschen, die bisher noch keinen Raum in der Clemensstraße gefunden haben. Um nur einige für die Clemensstraße neue Anreize zu nennen, wären diese unsere kulturellen und politischen Veranstaltungen, wie auch unsere queer-feministische Haltung.

4. Chancen und Risiken
Wie bereits in Abschnitt 3.1. erwähnt, hat Lübeck steigende Übernachtungszahlen. Wie den in der Anlage 13 beigelegten Zeitungsartikeln zu entnehmen ist, wird von der Hansestadt Lübeck davon ausgegangen, dass dies in den kommenden Jahren auch weiter der Fall sein wird. Eine Übernachtungsmöglichkeit, welche günstige Preise, das besondere Flair eines Hostels mit Kneipe und Café, künstlerisch gestaltete Räume und – nicht zu vernachlässigen – einen gesellschaftspolitischen Anspruch miteinander verbindet, gibt es bislang in Lübeck nicht. Des Weiteren bietet der Standort des Hostels, wie bereits in Abschnitt 3.1. beschrieben, eine vielversprechende Lage für unsere geplante Unterbringung von Reisenden. Der 2016 in Aussicht stehende Umbau der Untertrave zur Flaniermeile ist im Dezember 2016 zwar durch einen Bürgerentscheid zunächst auf Eis gelegt worden. Es besteht jedoch die Chance, dass ein Umbau zukünftig noch stattfindet. In diesem Falle würde die direkt an der Untertrave liegende Clemensstraße deutlich aufgewertet. Auch ohne Umbau ist ein stetig steigender Gebäudewert für Häuser in und rund um die Clemensstraße zu erwarten.
Zusammengenommen gehen wir davon aus, dass die für den Normalbetrieb errechneten Gästezahlen spätestens ab dem dritten Jahr erreicht werden können und sich das Projekt tragen wird. Für die ersten beiden Jahre ist ein Betriebsmittelkredit eingerechnet, durch welchen eventuell nicht erwirtschaftete Fixkosten vorfinanziert werden können.
Sollten sich die Gästezahlen nach drei Jahren nicht wie erwartet entwickelt haben, greifen wir auf Plan B zurück. Dieser sieht die Umwidmung des Hauses in ein selbstverwaltetes Wohnprojekt im Verbund des Mietshäuser Syndikates vor. Die Aufteilung des Hauses für den Hostelbetrieb lässt eine Wohnnutzung in Wohngemeinschafts-Form ohne umfangreiche Umbaumaßnahmen zu. Die Hausfinanzierung ist derart berechnet, dass eine der Ortslage entsprechend günstige Kaltmiete für den Wohnbereich gegeben ist. Mieter*innen für ein solches Wohnprojekt zu finden wird aufgrund des bestehenden Wohnungsmangels und der zentralen Lage des Hauses unproblematisch sein. Des Weiteren ist die besondere Form des Wohnens in einem Wohnprojekt im Mietshäuser Syndikat durch eine bundesweit wachsende Gemeinschaft von Interessierten und Unterstützer*innen geprägt. Der Café- und Kneipenraum bleibt in dieser Planung auch bei Wohnumnutzung des Gebäudes als solcher erhalten, wobei ebenso eine entsprechend der Lage günstige Gewerbemiete entsteht.

„ein spirale der zeigt wie
unterschidlich und ungrade der
sicksal sein kann und endefekt kern
endet solidarisch und führt zur
zusammenheit.
Blume. eine weiße blume ist da und
zeigt nichts
ist symbol für nichts einfach
saubere reine nichts!“
Reza ● 2016